Gewusst?

Eine Woche ohne Kühlschrank – Geht das und wenn ja, wie?

Ein Leben ohne Kühlschrank, kaum vorstellbar - The Vegetarian Diaries

In unserem Alltag haben mittlerweile unzählige Geräte Einzug gehalten über die wir uns gar keine Gedanken machen und ohne die ein Leben, so wie es die meisten von uns führen, nur schwer denkbar ist. Aktuellstes Beispiel dafür ist vielleicht das Handy bzw. Smartphone, das in dieser Form vor 20 Jahren quasi undenkbar war. Aber auch viele anderen Gegenstände des täglichen Lebens sind noch gar nicht allzu lang flächendeckend verfügbar und  in jedem Haushalt vorhanden. Bestes Beispiel aus der Wohnung beziehungsweise Küche ist der Kühlschrank um den es in diesem Beitrag gehen soll. Kann man eine Woche lang ohne Kühlschrank auskommen und wie macht man das beziehungsweise welche Möglichkeiten der Kühlung und Lagerung hat man?

Der Kühlschrank – Eine Erfolgsgeschichte mit Verspätung

Die Kühlung von Lebensmitteln wird seit der Antike betrieben, wobei sich die Art und Weise über die Jahrhunderte vor allem auf Eis und natürlich gekühlte Höhlen beschränkt hat. Im 18. Jahrhundert wurden die ersten künstlichen Kühlverfahren vorgestellt und entwickelt. Zur kommerziellen Serienreife hat es der Kühlschrank zunächst in den USA geschafft. Dort hatte bereits Ende der 30er Jahre jeder zweite Haushalt einen eigenen Kühlschrank. In Deutschland hat die Verbreitung hingegen ein wenig gedauert und ist erst in den 50er Jahren in Schwung gekommen. Zunächst als Luxusprodukt und spätestens ab den 70er Jahren auch als Standardausrüstung jeder Küche. Nicht einmal 50 Jahre sind seit dem vergangen und der ein oder andere von euch kann ja einmal die Großeltern befragen, wie man ohne Kühlschrank ausgekommen ist und vor allem, wie sich die Ernährungsgewohnheiten seit dem geändert haben ;). Im Jahr 2013 besaßen 99,7 % der privaten Haushalte in Deutschland mindestens einen Kühlschrank und über 50 % zusätzlich einen Gefrierschrank.

Alternativen zum Kühlschrank

Im Rahmen einer einwöchigen Challenge habe ich auf meinen Kühlschrank verzichtet und mich dabei nach Möglichkeiten umgesehen, wie man ohne diesen auskommt und trotzdem lecker und abwechslungsreich kochen und backen kann. Hier vier einfache Möglichkeiten ohne Kühlschrank über die Runden zu kommen:

1 – Das Wetter nutzen
Gerade im Herbst oder Winter hat man es verhältnismäßig leicht. Einfach die entsprechenden Lebensmittel in einem geeigneten Behältnis auf dem Fensterbrett, Balkon oder der Terrasse lagern. Dabei darauf achten, dass die Lebensmittel zum einen fest verschlossen sind, um ungebetene Tiere fernzuhalten, zum anderen auf die Temperaturen und Sonneneinstrahlung achten.Sollte es draußen zu kalt sein und gefrieren besser auf den Keller bzw. einen kühlen Raum zurückgreifen.

Lebensmittel ohne Kühlschrank lagern - The Vegetarian Diaries

Wenn es das Wetter zulässt, können Lebensmittel ohne Probleme auf dem Fensterbrett, Balkon oder der Terrasse gelagert werden.

2 – Der gute alte Keller
Wer Zugang zu einem kühlen und trockenen Keller hat, kann einen guten Teil der Lebensmittel dort vorübergehen lagern. Auch hier gilt wieder auf eine entsprechende geschlossene Lagerhaltung zu achten und die Temperatur im Keller zumindest grob einschätzen zu können.

3 – Frisch einkaufen und Kochen
Ein Großteil der Lebensmittel, die im Kühlschrank gelagert werden, müssen dort gar nicht aufbewahrt werden. Stattdessen lieber frische Lebensmittel einkaufen und diese sofort zubereiten und verzehren.

Frische Lebensmittel statt Kühlschrank - The Vegetarian Diaries

Frische Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse schmecken am besten frisch zubereitet und lassen sich häufig ohne Kühlschrank lagern

4 – Auf tierische Produkte verzichten
Fast alle Lebensmittel, die auf eine ununterbrochene Kühlkette angewiesen sind, werden mit oder aus tierischen Bestandteilen hergestellt (Eier, Milch, Fleisch, Fisch usw.). Verzichtet man auf diese Produkte gibt es nur noch wenige Lebensmittel, die unbedingt im Kühlschrank gelagert werden müssen. Fast alle Obst- und Gemüsesorten lassen sich (zumindest für kurze Zeit) auch anderweitig aufbewahren.
Falls euer Kühlschrank plötzlich kaputt geht, gibt es natürlich immer die Möglichkeit beim Nachbarn, bei Freunden oder Familie nachzufragen, ob man verderbliche Produkte zwischenlagern kann. Wer längere Zeit, zum Beispiel bedingt durch einen Umzug auf einen Kühlschrank verzichten muss, kann alternativ auch auf haltbare Lebensmittel zurückgreifen, die nicht gekühlt werden müssen.

Eine Woche ohne Kühlschrank – Es geht!

Ist man ein wenig vorbereitet, kommt man ohne Probleme für eine Woche ohne einen Kühlschrank aus. Wenn es dazu noch Herbst bzw. Winter in Deutschland ist, fällt dies gar nicht so schwer. Durch die Lagerung einiger Lebensmittel auf dem Balkon, muss man quasi auf nichts verzichten. Muss man im Sommer auf den Kühlschrank verzichten, wird es natürlich ein wenig schwieriger und man muss gegebenenfalls ein paar Kompromisse eingehen.

Unabhängig davon kann es nicht schaden ganz bewusst einmal in den Kühlschrank zu schauen und sich zu fragen, welche Lebensmittel man wirklich braucht und benutzt. Häufig ist es nicht nur gesünder, sondern auch einfacher und kostengünstiger frische Zutaten zu kaufen und sofort zu verzehren.

Dieser Beitrag ist im Rahmen der AO One Week Challenge in Kooperation mit AO entstanden. Auf den Artikel und die genannten Informationen wurde zu keiner Zeit Einfluss genommen.
Bei AO Life findet ihr viele weitere Informationen zu den Themen Kühlschrank, Smart Home, Essen & Trinken und erfahrt zum Beispiel, wie ihr einen Kühlschrank richtig einräumt und benutzt.

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8 Kommentare

  • Antworten
    Krisi von Excusemebut...
    3. November 2016 at 16:07

    Es ist eine grosse Umstellung, aber es geht. Ich habe 1/2 Jahr lang in Afrika gewohnt, ohne Strom und fliessend Wasser, also weiss ich es aus eigener Erfahrung;) Hier im Winter ist es tätsächlich leichter, und wenn man sich vegan ernährt wird es ebenfalls einfacher! So habe ich es auch in Afrika gemacht, Gemüse, Obst, Körner, Kartoffeln halten sich auch gut ohne Kühlschrank ein paar Tage…
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    • Antworten
      Arne Ewerbeck
      3. November 2016 at 16:15

      Das klingt spannend. Ich denke auch, dass man sobald man ein wenig Erfahrung hat und größtenteils auf Milchprodukte verzichtet, es recht gut machbar ist. Speziell bei den Temperaturen aktuell in Deutschland ist es vergleichsweise einfach.
      Afrika ist da sicherlich noch mal eine ganz andere Hausnummer, vor allem wenn man so an einen Kühlschrank und auch an ein Gefriergerät gewöhnt ist, wie in Europa.

    • Antworten
      gepee
      3. November 2016 at 20:41

      Wow, in Afrika ist das bestimmt noch mal eine andere Hausnummer.
      Allerdings sind Häuser heutzutage auch irgendwie so gebaut, dass man einen Kühlschrank braucht – in meiner letzten Wohnung hatte ich weder Keller noch Balkon oder Terrasse, die Fensterbretter wären viel zu schmal und windig gewesen, und kühl genug wars eigentlich nirgends. Meine Großmutter hatte noch eine gut belüftete, kühle Speisekammer.
      Ich bin aber froh, dass ich einen Kühlschrank habe, so kann ich regional, saisonal und ohne Verpackung auf dem hier nur einmal wöchentlich stattfindenden Wochenmarkt einkaufen und muss nicht alle 2 Tage 5 km zum nächsten Supermarkt, um alles in Plastik zu kaufen, so von wegen sofort verzehren ….

      • Antworten
        Arne Ewerbeck
        4. November 2016 at 7:18

        Das ist natürlich ein guter Punkt! Je nachdem, wo man wohnt ist das mit dem regelmäßigen Einkauf auf dem Wochenmarkt gar nicht so einfach. Und die Unmengen an Plastikverpackungen beim Obst und Gemüse sind ja leider überall anders mittlerweile eher zur Regel geworden…

  • Antworten
    Antje
    5. November 2016 at 21:46

    Ich stehe genau vor diesem Problem jedes Jahr, wenn es an die Essensplanung für meinen Festivalbesuch geht. Zugegeben, ich ernähre mich an diesen Tagen nicht besonders gut, aber ohne Küche und eben noch schlimmer, ohne Kühlschrank bleibt dann gar nicht so viel übrig. Bei der Planung wird mir aber auch immer wieder bewusst, wie viele Lebensmittel man doch kühlen muss und wie schwierig es im Sommer ohne sein kann.

    • Antworten
      Arne Ewerbeck
      6. November 2016 at 15:50

      Ein Festivalbesuch ist da natürlich noch mal eine deutlich größere Schwierigkeit, vor allem im Sommer!
      Hast du denn mittlerweile ein paar gute Tipps und Vorgehensweisen?

      • Antworten
        Antje
        8. November 2016 at 20:33

        Ich ernähre mich in den Tagen hauptsächlich von Müsli mit H-Milch und Nudeln mit Ketchup, die ich noch mit etwas Gewürzen aufpeppe. Ist jetzt nicht so der Knaller, aber man wird satt und alles weitere organisiere ich mir dann an den Fressbuden. Sind ja zum Glück immer nur ein paar Tage im Jahr 😉

  • Antworten
    Madlen
    15. November 2016 at 9:57

    Und wie das geht! 😉 Ich lebe seit Februar 2015 ohne Kühlschrank. Allerdings habe ich einen wunderbaren kleinen Gewölbekeller, wo ich meine Lebensmittel aufbeware. In der künftigen, neu genauten Küche ist ein Kühlschrank vorgesehen aber ich denke, diesen werde ich nur im Sommer benötigen. In den wärmeren Monaten war es schwierig Sojajoghurt oder angebrochene Pflanzenmilch über längere Zeit zu lagern. Alles andere (Hauptsächlich Obst, Gemüse) ist gar kein Problem. Einzig was mir nicht wegzudenken ist aber auch nur weil ich auf dem Land lebe, ist ein Gefrierschrank. =) An sonsten so planen, dass man alles gut und rechtzeitig aufbraucht. Gute Planung ist hier wichtig. Go vegan! =)

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